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Handschrift ::
Dialog zwischen Meister und Jünger: Das gulden Buch

Kodikologischer Teil

Bibliothek:Berlin, Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz
Signatur:Ms. germ. qu. 193
Siglen:
  • B 9a (Tauler-Sigle, Mayer)
  • J (Eucharistietraktat-Sigle, Hofmann)
  • b (De Nabuchodonosor-Sigle, Horwege)
  • B XX (Berlin-Freiburger Repertorium)
Titel lt. Katalog:Dialog zwischen Meister und Jünger: Das gulden Buch
Provenienz:Straßburg, Dominikanerinnenkloster St. Nikolaus in undis
Provenienz ermittelt durch:Mayer, S. 208
Vorbesitzer:
  • Daniel Sudermann (vgl. Besitzvermerke auf Bl. 1v, 3r sowie 158r)
  • Kurfürstliche Bibliothek
Alter:15. Jh, 1. Hälfte
Alter ermittelt durch:Berlin-Freiburger Repertorium
Entstehung:Da das Kalendarium auf den Vorsatzblättern älteren Datums als das Provenienz-Kloster zu sein scheint, könnte die Hs. in einer Werkstatt außerhalb des Klosters gebunden worden sein. (vgl. Hornung, S 49, Anm. 3)
Einträge:Bl. 1v Beseitzvermerk: Suderman.
Bl. 2r von Sudermanns Hand: Ein schön geistliche Außlegung des Traums des königs Nabuchodonosor genandt / Das gulden buch. (weiter unten auf der Seite) Richardus sol diß Buch lateinisch geschrieben haben. man hats aber nie teütsche zuvor gesehen. dan in dem closter. habs noch einmal, aber gar anders. (letzte Bemerkung verweist auf den Berliner Codex Ms. germ. qu. 171)
Moderne Bleistiftnotiz zum obigen Eintrag auf Bl. 2r: Nicht von Richard von St. Viktor Migne 196, 1229.
Roter Rundstempel auf Bl. 2v: ex Biblioth. regia Berolinensi.
Bl. 60r zu Beginn des Eucharistiertraktats von Sudermanns Hand: das ander buch ist vom h. sacrament.
Bl. 158r fast vollständig getilgter mittelalterlicher Besitzeintrag von vier Zeilen in Bastardaschrift des 15. Jh.s: zuo St. Nikolas jn undis zuo Straßburg … (Rest nicht mehr lesbar) .
Bl. 158r Vers von Sudermanns Hand über die beiden oberen Zeilen des ausradierten Besitzvermeks geschrieben: mein freund hast Jhesum Christum lieb / so werd an diesem buch kein dieb.
Bl. 158r: Die mit einem Zierschnörkel verbundenen Initialen D S.
Bleistiftnotiz auf dem Holz des alten rückwärtigen Einbanddeckels innen 156 bez. 158 gez. BII.
In der gesamten Hs. sind einige weitere Angaben und Glossen von Sudermanns Hand verstreut zu finden.

Folgende Einträge beziehen sich wohl auf die Foliierung der Handschrift, bevor sie umgebunden wurde:
Bl. 1r von Sudermanns Hand: Richardus Sol diß lateinisch geschriben haben. habs in einem alten buch funden. aber nie erfaren mögen das es getruckt sey worden, das teutsche aber ist gewißlich nie getruckt. ist außbündig guts büchlein. doch nur der erste teil.
Bl. 158r unten: Der ausgeschriebene Name Daniel Sudermann als Besitzvermerk.
Schreibsprache:elsäss. / niederalemmanisch
Schreibsprache ermittelt durch:Degering S. 37; vgl. Horwege S. 80-102 / Berlin-Freiburger Repertorium
Beschreibstoff:Papier (2 Bll. Pergament)
Umfang:I + 156 + I Bll.
Lagen/Foliierung:Lagen: Neueinband, 13 Lagen (13 Sexternionen): (VI + 1) + 11 VI + (VI + 1); keine Reklamanten; “13 Lagenfälze abgelöst (Perg., Bastarda, lat. rel. Text)“ (Berlin-Freiburger Repertorium)
“Moderne Foliierung mit arabischen Ziffern, die auch die beiden pergamentenen Vorsatzblätter mItzählt.“ (Hofmann, S. 42)
Wasserzeichen: “Ein durchgehendes Wasserzeichen: Anker mit kleinem Kreuz nach unten; Briquet Typ 365-388“ (Hornung, S. 46: “ähnlich Briquet I 390“) “verbreitet in Frankrelch, Deutschland und der Schweiz im ganzen 14. Jh.“ (Hofmann, S. 42)
Seit der Beschriebung Hofmanns bzw. Hornungs scheint die Hs. mit einem neuen Einband versehen und die Lagen neu gefasst worden zu sein.
Blattgröße:213 x 145 mm
Format Schriftraum:138-141 x 88-93 mm
Spalten:1
Zeilen:26-28
Schriftarten:Bastarda (steil, eng, Mitte des 15. Jh.s) (Hofmann, S. 42)
Hände/Schreiber:eine Hand
Buchschmuck:Schriftspiegel mit Tintenlinien vorgezeichnet (Hofmann, S. 42)
Rubrizierung:ja: sparsame Miniierung, rote Überschriften, rote Initialen (Vorgtherr, S. 1)
Einband:Beschreibung des Originaleinbandes: “Holzdeckel, rotes (abgewetztes) Leder. Diagonale Doppelstreifen in Blindpressung. Kein Spiegel, es sei denn, daß die Vorsatzbll. aus Pergament vorn und hinten (Iat. Kalender um 1400) einst als Spiegel dienten. Rücken aus dem gleichen Leder wie die Decken. 5 Bünde. Im obersten Feld Papierschild mit Inhaltsangabe:
a) das gulden buch;
b) vom Sacrament;
c) Dionysius kunst vernünftig zu leben;
d) ein brief von Tauler.
Schließe abgerissen.“ (Hofmann, S. 41)
Innenseiten der Deckel nicht beklebt. (Hornung, S. 45)
Seit der Beschriebung Hofmanns bzw. Hornungs scheint die Hs. mit einem neuen Einband versehen und die Lagen neu gefasst worden zu sein.

Fragmente eines römischen Kalenders auf den Vorsatzbll. 1r-v sowie 158r- v. Die beiden Pergamentbll. sind am Anfang der ersten und am Schluss der letzten Lage eingeheftet. Es handelt sich um Fragmente eines der Schrift nach im 12. Jh. angelegten Kalenders, geschrieben in romanische Minuskel. Er enthält Anniversareinträgen in früher gotischer Buchschrift, die bis ins 13. Jh., möglicherweise bis zum Anfang des 14. Jh. reichen. Die Kalendereinträge lassen auf eine elsässische und Straßburger Provinenz.
Der ausradierte Besitzvermerk auf Bl. 1r, welcher auf das Kloster St. Nikolaus in undis hinweist, kann sich laut Hornung nicht auf das Kalendarium beziehen, da es älter sei als das Kloster. Er vermutet, dass es erst mir der fertig gebundenen Hs. ins Kloste gekommen sei. (vgl. Hornung, S. 46f.)
Ausführliche Beschreibung und Abdruck der Kalendereinträge bei Hornung, S. 46-48, Anm. 1.
Abbildung des Anniversarenfragments auf Bl. 158v bei Hornung, S. 47a (Abb. 22).
Sonstige Vermerke:Bl. 2 sowie Bl. 154-157 leer.
ID der Handschrift:14590

Enthaltene Texte

Zählung Foliierung Texttyp Titel Anlass Bibelstelle
1. 3r-59v Traktat Marquard von Lindau OFM (2VL 6, Sp. 81-126) [Anonym]: 'De Nabuchodonosor' (dt. Originalfassung, Gruppe A) (2VL 6, Sp. 95f.) Ecl 2,1
2. 60r-141r Traktat Marquard von Lindau OFM (2VL 6, Sp. 81-126) [Anonym]: Eucharistietraktat (2VL 6, Sp. 99-103) Ct 2,12
3. 141r-141v Traktat Anonym [Dionysius Areopagita]: Traktat vom vernünftigen Leben
4. 141v-153v Sendbrief; Predigt Anonym (Tauler, Johannes) [Anonym]: Sendbrief 'Ach ir gottes minnerin' (2VL 8, Sp. 1070f.) / Predigt BT II/26, 208ra-211rb S 49 Lc 10,41

Bibliographischer Teil

Katalog:Degering, H., Kurzes Verzeichnis der germanischen Handschriften der Preußischen Staatsbibliothek II. Die Handschriften in Oktavformat und Register zu Band I-III (Mitteilungen aus der Preußischen Staatsbibliothek IX), Leipzig 1926 (Nachdruck Graz 1970), S. 37.
Literatur:
  • Hofmann, A. J., Der Eucharistietraktat Marquards von Lindau, Tübingen 1960, S. 41f. (Nr. 9).
  • Hornung, H., Daniel Sudermann als Handschriftensammler. Ein Beitrag zur Straßburger Bibliotheksgeschichte, Diss. (masch.) Tübingen 1956, S. 45-50.
  • Horwege, R.,, Marquard von Lindau: De Nabuchodonosor (Kritische Ausgabe), Diss. Indiana University (Bloomington, Indiana) 1971, S. 14-16.
  • Schiewer/Mertens, Repertorium, B XX.
Literatur zu enthaltenen Texten:
  • Gebele, E., Markwart von Lindau (um 1325-1391), in: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 7 (1959), S. 81-124, hier: S. 121.
  • Hofmann, A. J., Der Eucharistietraktat Marquards von Lindau, Tübingen 1960, S. 41f. (Nr. 9) u.ö.
  • Horwege, R., Marquard von Lindau: De Nabuchodonosor (Kritische Ausgabe), Diss. Indiana University (Bloomington, Indiana) 1971, S. 13, 14-16 (Beschreibung der Hs.), 38-41 (zum Hs.-Verhältnis), 65 (Stemma), 80-102 (Betrachtungen zur Sprache in dieser Hs.), 261f. (Abbildungen).
  • Mayer, J.G., Die 'Vulgata'-Fassung der Predigten Johannes Taulers. Von der handschriftlichen Überlieferung des 14. Jahrhunderts bis zu den ersten Drucken (Texte und Wissen 1), Würzburg 1999, S. 208f.
  • Palmer, Nigel, F., "Marquard von Lindau" in: 2VL 6, Sp. 82-126 + 2VL 11 (2004), Sp. 978, hier: Bd. 6, Sp. 99-103 (weitere Literatur dort).
  • Palmer, Nigel, F., Marquard von Lindau, in: 2VL 6, Sp. 82-126 + 2VL 11 (2004), Sp. 978, hier: Bd. 6, Sp. 95f.
  • Ruh, K., Rezension Hofmann, in: AfdA 73 (1961), S. 13-24.
  • Ruh, K., Sendbrief "Ach ir gottes minnerin", in: 2VL 8 (1992), Sp. 1070f. (mit dieser Hs.).
  • Rüther, A. / Schiewer, H.-J., Die Predigthandschriften des Straßburger Dominikanerinnenklosters St. Nikolaus in undis. Historischer Bestand, Geschichte, Vergleich, in: Mertens, V./Schiewer, H.-J. (Hg.), Die deutsche Predigt im Mittelalter. Internationales Symposium am Fachbereich Germanistik der Freien Universität Berlin vom 3.-6. Oktober 1989, Tübingen 1992, S. 169-193, hier S. 192.
  • Schiewer/Mertens, Repertorium, B XX.
WWW-Ressourcen:
Abbildung/Reproduktion print:
  • Horwege, S. 261-262 [= Bl. 3r, 3v]
  • Hornung, S. 47a (Abb. 22) [= Bl. 158v]
Abbildung/Reproduktion online:

Auswertender Teil

enthaltene Predigten:Anonym, Tauler zugeschrieben: Sendbrief 'Ach ir gottes minnerin' (2VL 8, Sp. 1070f.) / Predigt BT II/26, 208ra-211rb
Verschlagwortung:Geistliche Sammelhandschrift, Frauenfrömmigkeit
Typologisierung:Anonyme Überlieferung Marquards von Lindau mit einer Predigt des Basler Taulerdrucks
Eingestellt am: 08. Mär 2018 14:24
Letzte Änderung: 08. Mär 2018 14:24
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